Als Unionanhänger darf ich nicht zur Hertha, als Lokalpatriot schon. Als Eventmanager habe ich sogar die Pflicht auch Großveranstaltungen im Olympiastadion zu besuchen und darüber zu berichten. Soweit die begründete Ausrede.
Zu Gast war der Tabellenletzte aus Gladbach und das Spiel endete 2:1, aber das soll hier nur eine untergeordnete Rolle spielen. Denn bis auf die Torausbeute war kaum ein Qualitätsunterschied festzustellen (Voronin mal ausgenommen).
Aufgrund der spontanen Entscheidung das Spiel live zu sehen, waren wir erst kurz nach 15.00 Uhr vor Ort. Und nur weil wir die Tickets bereits am Wegesrand käuflich erwerben konnten, mussten wir nicht an die umzingelten und belagerten Kassenhäuser. Und trotzdem dauerte es eine knappe halbe Stunde, die Eingangsschleusen zu passieren, was eigentlich nicht passieren darf.
Das Warten hatte uns hungrig gemacht und so nahmen wir den Verlust der ersten Minuten in Kauf, um eine Currywurst zu kaufen. Genauer gesagt, war es sogar eine Riesencurrywurst; vielleicht weil sie 3,50 € kostete … Unangenehm war, dass das Fleischprodukt in Normalgröße mundgerecht geschnitten und in einem kalten, roten Etwas versenkt wurde.
Dieser kulinarische Kniff verstärkte die Tatsache, dass auch die Wurst nicht nur kalt sondern auch undurch den Gaumen belästigte. Da konnte auch das trockene Brötchen nichts mehr retten. Immerhin waren wir darauf eingestellt, dass man bei Hertha BSC auf Carlsberg zurückgreifen muss, um sich labbrige Würste und schlechte Spiele schön zu trinken.
Da die Wurst sehr labbrig und das Spiel höchstens mittelmäßig war, führte die notwendig gewordene Getränkeaufnahme zu einem bekannten Anliegen. An dieser Stelle ist die Logistik im Olympiastadion ebenso wenig zu loben, wie das Zeitmanagement beim Getränkeausschank. Die mögliche Zuschauerkapizität wurde mit kanpp 50.000 Gästen deutlich unterschritten und ich frage mich, wie die Schlangen an den Eingängen, den Imbissen und den sanitären Anlagen bei ausverkauften Spielen gemanaged werden, ohne dass es zu bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen kommt. Ich drücke in jedem Fall weiterhin die Daumen.
Positiv überrascht haben der ÖPNV, der sehr gut vorbereitet war und für einen reibungslosen Zu- sowie Abstrom sorgte und das Personal am bzw. im Stadion, das sich zwar nicht übermäßig kompetent aber zumindest sehr freundlich zeigte.
Fazit: Insgesamt war die Stimmung trotz der logistischen Schwächen sehr gut, was zum einem dem Ergebnis sowie der damit verbundenen Spannung und zum anderen dieser volkstümlich-fröhlichen Musik nach den Herthatoren zu verdanken war. Leider (Gottseidank?) war der Text nicht zu verstehen. Vielleicht hör ich gegen Leverkusen noch mal genauer hin …


